Branche · Steuerberatungsgesellschaften

Neue Mandate.
Sauber prüfen.

Eine Anfrage nach Steuerberatung enthält oft zu wenig für eine Entscheidung: Rechtsform, bisherige Betreuung, Frist und gewünschter Leistungsumfang fehlen.

Kurz gesagtEin Agent kann Interessentenanfragen aufnehmen, fehlende Stammdaten nachfragen und einen sicheren Dokumentenweg nennen. Ob ein Mandat angenommen wird oder welcher steuerliche Rat gilt, entscheidet die Kanzlei.

Die beschriebenen Abläufe sind typische Vorschläge aus der Praxis, keine fertige Integration.

Neue Mandate, fehlende Belege, Statusfragen

Bei „Steuerberater für Unternehmen anfragen“ ist eine sofortige Fachantwort oft weniger nützlich als ein klarer Erstkontakt. Leistungswunsch, Rechtsform und Zeitbezug können erfasst werden; vertrauliche Belege brauchen einen anderen Weg.

Mandat anfragen

Rechtsform, Branche, Umsatzrahmen nur soweit nötig, Leistungen, Fristen und Ansprechpartner getrennt erfassen.

Unterlagen fehlen

Benötigte Dokumenttypen anhand eines freigegebenen Ablaufs nennen; vertrauliche Dateien nur über den vorgesehenen Kanal annehmen.

Status erfragen

Nur bestätigte Vorgangsinformationen nach sicherer Zuordnung weitergeben.

Mandatsanfrage zum Jahresabschluss

Eine GmbH fragt kurzfristig nach laufender Betreuung und einem Jahresabschluss. Das Beispiel ist ein typischer Ablauf aus der Praxis, anonymisiert.

Was der Agent vorbereitet

Der Agent erfasst Rechtsform, Geschäftsjahr, bisherige Kanzlei, konkrete Frist, gewünschte Leistungen und Kontakt. Bei einer knappen Frist kennzeichnet er den Rückrufbedarf, statt Fristverlängerung oder Mandatsannahme zu versprechen. Steuerunterlagen fordert er im offenen Erstkontakt nicht an.

Was geprüft wird

Die Kanzlei prüft Kapazität, Interessenkonflikte und fachliche Eignung. Erst dann folgen Termin, Unterlagenliste und Angebot.

So erreicht eine Frist die richtige Person

  1. Erstkontakt strukturierenNeue Mandate, Bestandsmandanten und allgemeine Fragen getrennt behandeln.
  2. Fristen sichtbar machenDringlichkeit und fehlende Unterlagen im Eingang markieren.
  3. Sicher übergebenVertrauliche Daten nur im freigegebenen Prozess an zuständige Personen geben.

Pilot: Erstkontakt für Firmenmandate

Der Umfang wird vorab begrenzt. Erst echte, anonymisierte Anfragen zeigen, ob die Informationen und die Übergaben im Alltag tragen.

Enger Start

Nur neue Firmenmandate und die Vorbereitung eines Erstgesprächs. Der Agent fragt keine vertraulichen Belege über ein offenes Formular an und sagt kein Mandat zu.

Was wir prüfen

An anonymisierten Anfragen kontrollieren wir, ob Rechtsform, Geschäftsjahr, gewünschte Leistungen und Frist vor dem Rückruf vorliegen und welche Angaben die Kanzlei wirklich benötigt.

Wann wir stoppen

Bei akuter Frist, individueller Steuerfrage oder möglichem Interessenkonflikt wird die Anfrage sofort der zuständigen Person gezeigt. Automatische Beratung oder Annahme entfällt.

Was vor der Mandatsaufnahme geklärt sein muss

Benötigt

Mandatsannahmeprozess, Pflichtfelder, sicherer Dokumentenkanal und benannte Zuständigkeit für Fristfälle.

Beim Menschen

Mandatsannahme, steuerliche Beurteilung, Fristzusage und Honorarangebot bleiben bei der Kanzlei.

Passt eine Vorprüfung zur Kanzlei?

Vergleichen Sie fünf anonymisierte Erstkontakte: Welche Rückfrage musste das Team wirklich stellen, und welche Angaben hätten im offenen Kanal nichts zu suchen gehabt? BStBK: Hinweise zum Umgang mit personenbezogenen Daten

Geeignet für einen Test

Die Kanzlei hat einen definierten Annahmeprozess, eine zuständige Person für Fristsachen und einen sicheren Dokumentenkanal. Der Test endet bei der vollständigen Kontaktvorbereitung; Zusage und steuerliche Beurteilung bleiben offen.

Vorher Prozess klären

Wenn Fristen automatisch berechnet, individuelle steuerliche Folgen erklärt oder vertrauliche Belege öffentlich hochgeladen werden sollen, ist der Umfang zu breit. Zuerst Zuständigkeit, Datenschutz und Freigabe festlegen.

Häufige Fragen zur Mandatsanfrage

Kann ein Agent eine Steuerfrage beantworten?

Allgemeine Ablaufinformationen sind möglich. Individuelle steuerliche Einschätzung wird an die zuständige Fachperson gegeben.

Wie kommen Unterlagen sicher an?

Über einen von der Kanzlei freigegebenen Kanal; ein offenes Kontaktformular ist dafür nicht automatisch geeignet.

Was ist der erste Schritt?

Ein klarer Fragenkatalog für neue Mandatsanfragen mit menschlicher Annahmeentscheidung.

Fristen, Belege und Vertrauen: der Alltag einer Kanzlei

Steuerberatungsgesellschaften leben von Vertrauen und von Terminen. Mandanten erwarten, dass Fristen gehalten, Erklärungen sauber erstellt und Fragen verständlich beantwortet werden. Zugleich fehlt in der Praxis oft das Wichtigste: Unterlagen. Belege kommen unvollständig, spät, in verschiedenen Formaten, und jede Nachfrage kostet Zeit auf beiden Seiten.

Das Postfach einer Kanzlei mischt unterschiedliche Anliegen. Neue Mandate, fehlende Belege, Statusfragen zur Steuererklärung, Fragen zur Lohnabrechnung, Terminwünsche. Dazu kommen saisonale Spitzen: Jahresabschluss, Umsatzsteuervoranmeldungen, Erklärungsfristen. In diesen Wochen steigt das Volumen, während die Fachkräfte ohnehin am Limit arbeiten.

Ein digitaler Mitarbeiter kann Aufnahme und Vorsortierung übernehmen. Er nimmt Mandatsanfragen strukturiert auf, erinnert an fehlende Unterlagen und beantwortet Statusfragen aus freigegebenen Quellen. Beratung, steuerliche Bewertung und Entscheidungen bleiben bei den Berufsträgern und Mitarbeitern. Zusätzlich gilt die Verschwiegenheit, die für Steuerberater ein zentrales Berufsrecht ist.

Acht Abläufe in der Kanzlei

Alle Beschreibungen sind mögliche Abläufe. Was bei Ihnen passt, hängt von Kanzleisoftware, Mandantenstruktur und Ihren Vorgaben ab.

Mandatsanfrage aufnehmen

Der Agent erfasst Art des Anliegens (Einkommensteuer, Jahresabschluss, Lohn), Rechtsform, Zeitrahmen und Kontaktweg. Er weist darauf hin, dass ein Mandat erst nach Prüfung und Vereinbarung zustande kommt. Eine Beratung findet nicht statt.

Fehlende Unterlagen anmahnen

Die Kanzlei legt fest, welche Unterlagen für einen Vorgang gebraucht werden. Der digitale Mitarbeiter erinnert freundlich an Offenes, mit einer klaren Liste und einem sicheren Übertragungsweg. Er prüft die formale Vollständigkeit, nicht den Inhalt.

Statusfragen beantworten

Wo steht meine Erklärung? Aus dem Fristen- oder Auftragssystem liest der Agent den Bearbeitungsstand und nennt ihn in verständlicher Sprache. Fehlen Angaben, übergibt er.

Belege sortieren helfen

Eingehende Belege werden nach Art vorsortiert (Rechnung, Kontoauszug, Vertrag) und dem Mandanten zugeordnet. Die steuerliche Behandlung entscheidet die Kanzlei.

Terminwünsche vorbereiten

Anlass, Dauer, gewünschte Zeiten und Teilnehmer werden erfasst. Zusagen gibt das Sekretariat.

Allgemeine Fragen erklären

Was bedeutet eine bestimmte Frist, wie funktioniert die Übermittlung? Allgemeine, freigegebene Erklärungen. Individuelle steuerliche Aussagen macht der Agent nicht.

Fristen im Blick halten

Der Agent weist intern auf nahende Fristen hin, die im System hinterlegt sind. Die Verantwortung für Fristen bleibt bei der Kanzlei.

Rückfragen zur Rechnung der Kanzlei

Fragen zu Honorarnoten werden dem Backoffice zugeordnet. Der digitale Mitarbeiter erläutert keine Honorarberechnung.

Warum Verschwiegenheit die Architektur bestimmt

Für Steuerberater ist Verschwiegenheit nicht nur Höflichkeit, sondern Berufspflicht. Das bestimmt, wie ein Ablauf aufgebaut sein darf.

Zugriff nach dem Prinzip des Nötigen

Der Agent sieht nur, was er für seine Aufgabe braucht. Mandantenakten gehören nicht dazu.

Trennung der Mandate

Daten eines Mandanten sind von anderen getrennt. Der Agent verknüpft keine Informationen mandantenübergreifend.

Vertragliche Absicherung

Mit Dienstleistern werden die erforderlichen Vereinbarungen zur Verschwiegenheit getroffen. Mitarbeitende werden verpflichtet.

Saisonspitzen im Griff behalten

Die Arbeit in einer Kanzlei ist wellenförmig. Eine gute Organisation fängt Wellen ab.

Vorarbeit statt Nacharbeit

Wer früh vollständige Unterlagen anfordert, entlastet die Wochen vor der Frist.

Gleichbleibende Auskunft

In Spitzen gelten klare, einheitliche Antworten zu Fristen und Ablauf.

Prioritäten sichtbar machen

Das Team sieht, welche Mandate mit Frist bald dran sind und wo Unterlagen noch fehlen.

Belege und Unterlagen: Wie der Eingang strukturiert wird

Der größte Zeitfresser in vielen Kanzleien ist der Beleg, der unvollständig oder falsch benannt ankommt.

Benennung und Zuordnung

Der Agent bittet Mandanten, Unterlagen mit Mandantennummer und Zeitraum zu bezeichnen, und ordnet Eingänge nach den Vorgaben der Kanzlei. Unklare Zuordnungen landen als Frage im Postfach der Sachbearbeitung.

Fehlende Belege erinnern

Anhand der Checkliste des Mandanten kann der Agent daran erinnern, welche Unterlagen noch ausstehen. Die Checkliste stammt aus der Kanzlei, er erfindet keine Anforderungen.

Kein Ersatz für die Prüfung

Ob ein Beleg steuerlich anerkannt wird, entscheidet die Kanzlei. Der Agent sagt nur, ob die übliche Information vollständig ist, etwa Datum, Betrag und Aussteller.

Datenwege abstimmen

Per Mail, Upload-Portal oder Scan-App: Die Kanzlei legt fest, welche Wege sie nutzt. Der Agent nennt nur diese Wege und warnt nicht vor anderen, sondern verweist auf den vorgesehenen.

Mandatsbeziehungen pflegen: zwischen Jahresabschluss und Alltag

Mandanten melden sich nicht nur zum Stichtag. Viele Fragen entstehen während des Jahres.

Fragen zu Fristen und Terminen

Wann ist die nächste Abgabe fällig, bis wann braucht die Kanzlei Unterlagen? Der digitale Mitarbeiter nennt die Fristen aus dem Mandantenkalender, soweit sie dort stehen, und weist auf die Verantwortung der Kanzlei hin.

Änderungen im Unternehmen

Neue Mitarbeiter, ein Umzug, eine neue Bankverbindung: Der Agent erfasst Änderungen strukturiert und gibt sie der Sachbearbeitung, die Stammdaten pflegt.

Fragen zu Honorar und Leistungen

Zu Honorar und Leistungsumfang gibt der Agent keine Auskunft, sondern leitet an die Kanzleileitung oder Buchhaltung.

Beratungsbedarf erkennen

Äußert ein Mandant einen Anlass, etwa Gründung oder Verkauf, markiert der Agent den Bedarf für ein Beratungsgespräch.

Mitarbeitergewinnung und Nachwuchs

Steuerkanzleien suchen Fachkräfte. Auch Bewerbungen und Praktikumsanfragen laufen über die Seite.

Bewerbungen sortieren

Der Agent nimmt Interesse an Stellen auf, nennt die offenen Positionen laut Karriereseite und leitet Bewerbungen an die zuständige Person.

Fragen zur Ausbildung

Fragen von Schülerinnen und Schülern zu Ausbildung oder Praktikum beantwortet der Agent aus freigegebenen Informationen.

Einheitlicher Ton

Interessierte erleben die Kanzlei zuerst über ihre Antworten. Ein freundlicher, klarer Ton wirkt auch hier.

Digitale Zusammenarbeit mit Mandanten: Wege klären statt Werkzeuge häufen

Viele Kanzleien nutzen mehrere Kanäle für den Austausch mit Mandanten. Das führt zu verteilten Informationen und Nachfragen.

Ein bevorzugter Weg je Mandant

Die Kanzlei legt pro Mandant fest, wie Unterlagen und Fragen eingehen. Der digitale Mitarbeiter erinnert Mandanten freundlich an diesen Weg, wenn sie einen anderen nutzen, und lässt trotzdem keine Nachricht verloren gehen. So werden Kanäle schrittweise zusammengeführt, ohne dass jemand zurechtgewiesen wird.

Wiederkehrende Auswertungen vorbereiten

Monatliche Unterlagen, etwa Kassenbuch oder Kontoauszüge, lassen sich mit einer Erinnerung zum vereinbarten Zeitpunkt anfordern. Die Sachbearbeitung sieht, wer geliefert hat und wer noch nicht, und kann gezielt nachfassen. Das glättet die Arbeit über den Monat.

Mandantenfragen zum Vorgehen

Viele Fragen betreffen den Ablauf, nicht die Steuer: Wie lade ich Dokumente hoch, wer ist mein Ansprechpartner, wann bekomme ich Rückmeldung? Der Agent beantwortet das aus einem kurzen Merkblatt der Kanzlei und entlastet so das Sekretariat von Fragen, die sich in wenigen Sätzen klären lassen.

Mehrere Beteiligte im Mandat

Bei Unternehmen sprechen oft Geschäftsführung, Buchhaltung und externe Dienstleister mit der Kanzlei. Der Agent erkennt, in welcher Rolle jemand schreibt, und stellt sicher, dass Auskünfte nur an hinterlegte Ansprechpersonen gehen. Alles andere geht an die Sachbearbeitung.

Rückblick zum Jahresende

Am Jahresende zeigt eine Auswertung, welche Fragen am häufigsten gestellt wurden und welche Mandanten Unterlagen verspätet liefern. Daraus kann die Kanzlei Merkblätter und Erinnerungsrhythmen für das nächste Jahr verbessern.

Spitzenzeiten und Ausfälle: Kanzleien im Jahreskreis

Eine Steuerkanzlei lebt in Wellen. Zwischen Abgabefristen und ruhigeren Monaten wechselt der Druck deutlich.

Vorbereitung auf die Spitzen

Vor stark belasteten Wochen kann die Kanzlei Hinweise anpassen, etwa zu Annahmefristen für Unterlagen und erwarteten Rückmeldezeiten. Der Agent kommuniziert diese Rahmen einheitlich und entlastet das Sekretariat von individuellen Erklärungen.

Vertretung in Ausfallzeiten

Krankheit und Urlaub sind in kleinen Teams spürbar. Ist eine Sachbearbeiterin nicht erreichbar, nennt der Agent die Vertretung und stellt klar, was bis zu ihrer Rückkehr passiert. So wissen Mandanten, woran sie sind.

Ruhige Zeiten nutzen

In ruhigeren Monaten lassen sich Merkblätter überarbeiten, Antworten prüfen und neue Mandanten besser einführen. Wer den Agenten in dieser Zeit pflegt, startet gelassener in die nächste Spitze.

Beispielszenario: Mandatsanfrage zum Jahresabschluss

Typischer Ablauf aus der Praxis, anonymisiert.

  1. EingangEin kleines Unternehmen fragt, ob die Kanzlei den Jahresabschluss übernehmen kann, und nennt Rechtsform und Branche.
  2. AufnahmeDer Agent erfasst Umfang, Buchführungsweg, Software und Zeitrahmen und bittet um die Angaben, die für ein Erstgespräch nötig sind.
  3. AbgrenzungEr sagt klar, dass die Kanzlei über die Mandatsannahme entscheidet und noch keine Beratung stattgefunden hat.
  4. ÜbergabeDer zuständige Berater erhält einen Vorgang mit den Angaben und meldet sich.

Das Erstgespräch beginnt mit Substanz statt mit Grundfragen.

Beispielszenario: Belege fehlen kurz vor der Frist

Typischer Ablauf aus der Praxis, anonymisiert.

  1. AuslöserFür die Umsatzsteuervoranmeldung fehlen bei einem Mandanten drei Belege.
  2. ErinnerungDer digitale Mitarbeiter erinnert freundlich mit einer konkreten Liste und nennt den sicheren Weg zur Übermittlung.
  3. EingangDie Unterlagen kommen an, der Agent ordnet sie dem Vorgang zu und prüft Lesbarkeit.
  4. ÜbergabeDer Sachbearbeiter sieht, dass alles vollständig ist, und bearbeitet.

Der Aufwand für Nachfassen sinkt, und fehlende Belege gefährden die Frist seltener.

Rollen in der Kanzlei

Berufsrecht und Verantwortung bleiben bei den Berufsträgern.

Berufsträger

Verantworten Beratung, Erklärungen und Mandatsannahme.

Sachbearbeitung

Bearbeitet Mandate, prüft Unterlagen, bereitet Erklärungen vor.

Sekretariat und Backoffice

Bearbeitet Termine, Rechnungen und Organisation.

Datenschutz und IT

Prüfen Verarbeitung, Verträge, Zugriffe.

Was vor der Mandatsaufnahme geklärt sein muss

Ohne geklärte Zuständigkeiten und Zugriffe ist ein Einsatz nicht sinnvoll.

System oder QuelleWofür sie gebraucht wirdWorauf zu achten ist
KanzleisoftwareMandate, Fristen, StatusZugriff nur lesend und nur auf freigegebene Felder
UnterlagenlistenWelche Belege je VorgangPflege durch die Kanzlei
WissensbasisAllgemeine ErklärungenFreigegebene Texte, keine individuellen Aussagen
TerminkalenderBeratungstermineVergaberegeln festlegen
MandantenkommunikationEingang und AusgangSicherer Übertragungsweg

Typische Fehlerbilder

In der Kanzlei zählt Genauigkeit.

FehlerbildMögliche UrsacheGegenmaßnahme
Falscher Mandant zugeordnetÄhnliche NamenMehrere Merkmale prüfen, bei Zweifel Rückfrage
Steuerliche Aussage gemachtZu freie FormulierungFeste Texte, Verbot individueller Aussagen
Frist falsch genanntVeraltete AngabeFristen nur aus dem System, nicht aus dem Text
Unterlagen im falschen KanalMandant sendet per einfacher MailHinweis auf sicheren Weg, Abgleich
Mandatsannahme suggeriertMissverständliche AntwortKlare Formulierung, dass die Kanzlei entscheidet

Was bei der Kanzlei bleibt

  • Steuerliche Beratung, Bewertung und Gestaltung.
  • Annahme und Ablehnung von Mandaten.
  • Fristverantwortung und Einreichung von Erklärungen.
  • Entscheidungen über Honorar und Vereinbarungen.
  • Jede Auskunft, die Mandatsgeheimnisse berührt.

Steuerberatung beruht auf persönlicher Verantwortung. Der digitale Mitarbeiter ordnet vor und entlastet beim Nachfassen.

Verschwiegenheit, Datenschutz und Auftragsverarbeitung

Steuerberater üben ihren Beruf verschwiegen aus, und die Verschwiegenheitspflicht bezieht sich auf alles, was in Ausübung des Berufs bekannt geworden ist (§ 57 StBerG). Wer unbefugt ein fremdes Geheimnis offenbart, das ihm als Steuerberater anvertraut wurde, wird nach § 203 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Beide Normen bestimmen, wie ein digitaler Ablauf gestaltet sein muss: mit begrenztem Zugriff, klarer Trennung und vertraglicher Absicherung.

Hinzu kommt die Datenschutz-Grundverordnung. Verarbeitet ein Dienstleister personenbezogene Daten im Auftrag, braucht es einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Welche Vereinbarungen für Ihre Kanzlei darüber hinaus erforderlich sind, prüfen Sie mit Ihrer Datenschutzbeauftragten und Ihrer Berufsorganisation. Wir liefern die technischen Unterlagen dafür.

Begriffe aus der Steuerkanzlei

Mandat

Der Auftrag eines Mandanten an die Kanzlei zur Beratung oder Bearbeitung.

Voranmeldung

Die regelmäßige Meldung bestimmter Steuerbeträge vor der Jahreserklärung.

Jahresabschluss

Die Zusammenstellung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zum Geschäftsjahresende.

Verschwiegenheit

Die berufliche Pflicht, anvertraute Informationen vertraulich zu behandeln.

Berufsträger

Die Personen mit berufsrechtlicher Qualifikation und Verantwortung, etwa Steuerberater.

Typische Bedenken aus Kanzleien

Berechtigte Vorsicht prägt die Fragen.

Mandantendaten dürfen nicht in die Cloud

Wir legen Verarbeitungsorte und Verträge vorab fest, und der Agent sieht nur das Nötige. Details klären Sie mit Ihrer Datenschutzbeauftragten.

Unsere Mandanten schätzen persönliche Betreuung

Die bleibt. Der Agent übernimmt das Nachfassen, damit mehr Zeit für Gespräche bleibt.

Fehler bei Fristen sind existenzgefährdend

Deshalb liest der Agent Fristen nur aus dem System und entscheidet nichts darüber.

Wir sind zu klein

Gerade kleine Kanzleien spüren die Last der Nachfrage nach Unterlagen. Der Entlastungs-Check zeigt, ob es sich rechnet.

Ein Pilot in der Kanzlei

Der Erstkontakt für Firmenmandate ist ein naheliegender Start.

  1. UmfangNur Mandatsanfragen und Unterlagenlisten, ohne Zugriff auf Mandantenakten.
  2. InhaltFragen, die die Kanzlei im Erstkontakt stellt, und eine Liste benötigter Unterlagen.
  3. TestZwanzig typische Anfragen nachspielen. Das Sekretariat bewertet.
  4. EntscheidungAusbau auf Belegerinnerungen oder Statusfragen prüfen.

Wir beginnen dort, wo die Verschwiegenheit am wenigsten berührt wird.

Checkliste vor dem Erstgespräch

So bereiten Sie sich vor.

  1. Welche Anfragearten belasten die Kanzlei am meisten?
  2. Welche Software nutzen Sie?
  3. Wie sind Unterlagenlisten geregelt?
  4. Wer ist für Datenschutz zuständig?
  5. Welche Vereinbarungen zur Verschwiegenheit bestehen?
  6. Welche Übertragungswege sind sicher?
  7. Welche Aussagen sind Berufsträgern vorbehalten?
  8. Wann sind Ihre Spitzen im Jahr?
  9. Wo dürfen Daten verarbeitet werden?
  10. Wie soll der KI-Hinweis lauten?

Woran Sie Erfolg erkennen

  • Vollständigkeit der Mandatsanfragen bei Eingang.
  • Weniger Nachfragen zu fehlenden Unterlagen.
  • Zeit, die das Sekretariat spart.
  • Rückmeldungen der Mandanten zur Erreichbarkeit.
  • Fehler in der Stichprobe.

Eine Messung während einer Spitzenzeit zeigt den Effekt am deutlichsten.

Weitere Fragen aus der Steuerkanzlei

Kann der Agent Steuererklärungen erstellen?

Nein. Er unterstützt Aufnahme und Organisation. Erklärungen erstellt und verantwortet die Kanzlei.

Wie geht er mit Mandantenunterlagen um?

Er sortiert und ordnet formal zu, ohne steuerliche Bewertung, und mit begrenztem Zugriff.

Was ist mit DATEV oder anderer Software?

Das hängt von Schnittstellen ab und wird im technischen Check geprüft.

Wie wird die Verschwiegenheit gesichert?

Durch Zugriffsbegrenzung, Vertrag, Protokoll und klare Verarbeitungsorte. Details klären wir mit Ihnen.

Brauchen Mandanten einen KI-Hinweis?

Bei direkter Interaktion ja, außer es ist offensichtlich (Art. 50 KI-Verordnung).

Quellen und rechtlicher Rahmen

  • § 203 StGB (Verletzung von Privatgeheimnissen): Wer unbefugt ein fremdes Geheimnis offenbart, das ihm als Arzt, Rechtsanwalt, Steuerberater oder in einem anderen genannten Beruf anvertraut wurde, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. (abgerufen 21. Oktober 2026)
  • § 57 Abs. 1 StBerG (Berufspflichten): Steuerberater üben ihren Beruf verschwiegen aus. Die Verschwiegenheitspflicht bezieht sich auf alles, was in Ausübung des Berufs bekannt geworden ist. (abgerufen 21. Oktober 2026)
  • DSGVO, Art. 28 (Auftragsverarbeiter): Verarbeitet ein Dienstleister personenbezogene Daten im Auftrag, arbeitet der Verantwortliche nur mit Auftragsverarbeitern, die hinreichende Garantien für geeignete technische und organisatorische Maßnahmen bieten. Die Verarbeitung folgt einem Vertrag, der unter anderem Gegenstand, Dauer, Art und Zweck festlegt. (abgerufen 21. Oktober 2026)
  • BSI: Generative KI-Modelle, Chancen und Risiken für Industrie und Behörden (21.1.2025): Das BSI beschreibt neben den Chancen neuartige IT-Sicherheitsrisiken generativer KI-Modelle sowie mögliche Gegenmaßnahmen. Es richtet sich an Unternehmen und Behörden, die den Einsatz in ihren Arbeitsabläufen erwägen. (abgerufen 21. Oktober 2026)

Die Zusammenfassungen sind sinngemäß; maßgeblich sind die verlinkten Originaltexte. Das ist ein allgemeiner Überblick zu Ihrem Umfeld, keine Rechtsberatung und keine Aussage zu Ihrem Einzelfall.

Mit einem Fall beginnen.

Nehmen Sie eine anonymisierte Neumandatsanfrage. Wir markieren, welche Angaben Ihre Kanzlei vor einer Zusage braucht.

Anfragen prüfen