Vollständigkeit
Anteil der Fälle, in denen die Antwort alle nötigen Angaben enthielt.
Checkliste · Arbeitsblatt · Stand 21. Oktober 2026
Diese Checkliste hilft, eine einzelne wiederkehrende Anfrage vor einem Automatisierungspilot zu beschreiben. Sie enthält keine Einsparversprechen und ersetzt keine technische Prüfung.
Wofür ist die Checkliste? Für genau einen Fall: eine Anfrage oder Aufgabe, die sich oft wiederholt und deren Antwort weitgehend feststeht. Danach ist klar, welche Beispiele, Datenquellen und Freigaben ein Pilot braucht und woran sich sein Erfolg messen lässt. Fehlen beim Ausfüllen Zuständigkeit oder Datenquelle, ist auch das ein Ergebnis, und zwar vor dem Pilot.
Die Liste richtet sich an Geschäftsführung, Büro- und Serviceleitung in kleinen und mittleren Unternehmen. Geeignet ist sie, wenn eine Aufgabe regelmäßig im Postfach, am Telefon oder im Auftragsablauf auftaucht und mehrere Personen sie ähnlich beantworten. Verlangt jeder Fall eine individuelle Entscheidung oder kann niemand sagen, welche Antwort richtig ist, bringt sie wenig.
Alternativ kann diese Seite über die Druckfunktion des Browsers als Arbeitsblatt verwendet werden.
Das folgende Beispiel ist ausgedacht und zeigt nur, wie ausführlich ein Blatt sein kann. Es steht für keinen Kunden und keine Messung.
| Feld | Beispielinhalt |
|---|---|
| Anfrageart | Kunden fragen per E-Mail nach dem Lieferstatus ihrer Bestellung. |
| Beispiele | Standard: „Wo ist meine Bestellung?“ mit Bestellnummer. Standard: Frage ohne Nummer. Ausnahme: Paket als zugestellt gemeldet, Kunde hat nichts erhalten. |
| Datenquelle | Statusfeld im Warenwirtschaftssystem, gepflegt vom Versand, stündlich aktualisiert. |
| Fehlende Angaben | Bestellnummer oder Name mit Lieferadresse darf nachgefragt werden. |
| Entscheidung | Zustellprobleme, Erstattungen und Kulanz entscheidet ein Mitarbeiter. |
| Test | 20 Fälle aus dem Vormonat: Wie viele richtig zugeordnet, wie viele unvollständig, wie viele mussten nachbearbeitet werden? |
In diesen Fällen ist oft zuerst eine Vereinfachung des Ablaufs sinnvoll, bevor Automatisierung etwas bringt.
Für das Arbeitsblatt genügen anonymisierte Beispiele. Sobald im späteren Betrieb personenbezogene Daten verarbeitet werden, gelten die Regeln der Datenschutz-Grundverordnung. Zwei Stellen sind für Automatisierung typisch: Art. 28 regelt die Verarbeitung im Auftrag und verlangt einen Vertrag mit dem Dienstleister, Art. 22 betrifft ausschließlich automatisierte Einzelentscheidungen mit rechtlicher oder ähnlich erheblicher Wirkung. Deshalb gehört in das Feld „Entscheidung“, was ein Mensch freigibt.
Drei Größen reichen für den Anfang. Sie sagen etwas darüber, ob der Fall tragfähig ist, ohne Einsparungen zu behaupten:
Anteil der Fälle, in denen die Antwort alle nötigen Angaben enthielt.
Anteil der Fälle, die dem falschen Thema oder der falschen Person zugeordnet wurden.
Anteil der Fälle, die ein Mensch korrigieren oder ergänzen musste, und der Aufwand dafür.
Autor: Melvin Mümken, Gründer & Technischer Leiter. Das Arbeitsblatt ist keine Rechtsberatung und keine Zusage über Ergebnisse.